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Die sexuell übertragbaren Infektionen heissen so, weil sie bei ungeschützten sexuellen Kontakten übertragen werden können. Also beim eindringenden Verkehr ohne Präservativ und teilweise beim Petting oder beim Küssen. Präservative schützen sehr gut gegen die meisten dieser Infektionen und ebenso gegen unerwünschte Schwangerschaften.

Wie ist das Vorgehen?

  • Vereinbaren Sie einen Termin mit einem Beratungszentrum.
  • Die Konsultation ist anonym, einzig Ihr Geburtsdatum wird registriert.
  • Die Beratung wird durch eine Person durchgeführt, die dafür speziell ausgebildet ist. In diesem Gespräch wird auf Fragen über sexuell übertragbare Infektionen und deren Prävention eingegangen.

Mögliche Tests und Preise?

  • Basispauschale  20.- Franken *
  • HIV  20.- Franken *
  • Syphilis  20.- Franken *
  • Gonorrhö und/oder Chlamydien  50.- Franken *
  • Hepatitis C ( Impfung Hepatitis A und B empfohlen)  20.- Franken *
    *½ Preis unter 18-Jährige

Was ist ein Risikokontakt?

  • Ungeschützter vaginaler, analer oder oraler (Sperma oder Blut im Mund) Geschlechtsverkehr
  • Spritzentausch
  • Verletzung oder Schleimhautkontakte mit Objekten, die sichtbar mit Blut kontaminiert sind.

Impfbüchlein

  • Haben Sie alle notwendigen Impfungen betreffend Hepatitis A und B und Papillomaviren (HPV)? Haben Sie Zweifel? Eine Frage? Nutzen Sie eine Beratung in sexueller Gesundheit um Ihr Impfbüchlein zu überprüfen.
HIV

Was ist HIV?

HIV (Humanes Immunschwäche-Virus) ist ein Virus, welches unbehandelt das menschliche Immunsystem zerstört.

Test (anonym)

Es wird ein Bluttest  ( Fingerpunktion)  durchgeführt, dessen Resultat bereits am Ende des Gesprächs vorliegt.

Was ist ein HIV-Test?

Es handelt sich um einen Suchtest, in dem Antikörper gegen HI-Virus im Blut gesucht werden. Dieser Test muss mindestens 3 Monate nach dem letzten Risikokontakt ausgeführt werden. Der verwendete Test ist zuverlässig und erfüllt die Anforderungen des Bundesamtes für Gesundheitswesen.

Was bedeutet ein negativer Test?

Ein negativer Test bedeutet, dass keine HIV-Infektion vorliegt, sofern der letzte Risikokontakt länger als drei Monate zurückliegt. Bei kürzer zurückliegendem Kontakt ist der negative Suchtest nicht aussagekräftig.

Was bedeutet ein reactiver Test? 

Ein reaktiver Suchtest bedeutet nicht immer das Vorliegen einer HIV-Infektion. Im Falle eines reaktiven Tests muss ein Bestätigungstest von einem spezialisierten Labor durchgeführt werden.

    • Der Bestätigungstest ist negativ: Eine Infektion ist ausgeschlossen, sofern der letzte Risikokontakt länger als 3 Monaten zurückliegt.
    • Der Bestätigungstest ist positiv: Bei positivem Bestätigungstest liegt eine HIV-Infektion vor. In diesem Fall ist eine ärztliche Untersuchung notwendig. Diese Untersuchung ist nicht anonym und wird von der Krankenkasse bezahlt.

Wer sich mit HIV angesteckt hat, wird nach der Diagnose rasch einer antiretroviralen Therapie zugeführt. Unter rechtzeitiger und wirksamer Therapie können Betroffene weder an Aids erkranken noch HIV übertragen. Deshalb kommt einer möglichst frühzeitigen Diagnose von Infizierten eine entscheidende Bedeutung zu.

Syphilis

Test (anonym)

Wenn die Syphilis nie diagnostiziert / behandelt wurde, wird es ein Bluttest  ( Fingerpunktion)  durchgeführt, dessen Resultat bereits am Ende des Gesprächs vorliegt. Ein schneller negativer Test zeigt keine Infektion älter als 3 Monate an. Dieses Ergebnis schließt eine neuere Infektion nicht aus.

Wenn die Syphilis bereits diagnostiziert / behandelt wurde, wird ein Bluttest von einem Labor durchgeführt (Ergebnis etwa eine Woche später).

Was ist Syphilis?

Syphilis wird durch das Bakterium Treponema pallidum ausgelöst und kann chronisch verlaufen.

Wie wird Syphilis übertragen?

Syphilis kann durch oralen, vaginalen und analen Geschlechtsverkehr mit einer infizierten Person übertragen werden, die sich in einer ansteckenden Phase befindet.

Wie wird Syphilis behandelt?

Syphilis wird mit Antibiotika behandelt. Wenn die Infektion rechtzeitig erkannt wird, ist sie heilbar. 

Gonorrhö und/oder Chlamydien

Tests (anonym) 

Eine Beraterin in sexueller Gesundheit gibt Ihnen das Material, um selbst Probeentnahmen (Anal-, Rachen- und Genitalproben) zu entnehmen. Sie werden ins Labor geschickt (Ergebnis etwa eine Woche später). 

Was ist Gonorrhoe?

Gonorrhoe, umgangssprachlich auch als Tripper bezeichnet, ist weltweit eine der häufigsten sexuell übertragbaren Infektionen. Sie wird durch Bakterien verursacht.

Was sind Chlamydien?

Chlamydien-Infektionen werden durch Bakterien (Chlamydia trachomatis) verursacht und sind die häufigste sexuell übertragbare Infektion in Europa.

Wie werden diese Infektionen übertragen?

Diese Infektionen können durch oralen, vaginalen und analen Geschlechtsverkehr übertragen werden.

Wie werden diese Infektionen behandelt?

Sie Können in der Regel mit Antibiotika geheilt werden.

Hepatitis

Hepatitis ist eine Leberentzündung, die durch Viren oder andere äussere Einflüsse verursacht wird. Die wichtigsten Formen der viralen Hepatitis sind Hepatitis A, B und C.

Hepatitis A

Das Hepatitis A-Virus wird über mit Fäkalien verunreinigte Lebensmittel, Trinkwasser oder Gegenstände übertragen. Zur Infektion kommt es auch bei oral-analem Kontakt. 

Gegen eine Hepatitis A-Infektion kann man sich impfen lassen. Unter anderem Reisenden in ein Risikogebiet (Gebiet mit mittlerem oder hohem Hepatitis A-Vorkommen in der Bevölkerung) und Männern, die Sex mit Männern haben, wird die Impfung empfohlen.

Hepatitis A ist eine akute Erkrankung, die durch Fieber, Unwohlsein, Gelbsucht (gelbliche Verfärbung des Weissen im Auge und der Haut), Appetitlosigkeit und Übelkeit gekennzeichnet ist. Die Inkubationszeit, das heisst die Zeit zwischen Ansteckung und Ausbruch der Erkrankung, beträgt 15 bis 50 Tage. Am häufigsten sind 25 bis 30 Tage.

Für Hepatitis A gibt es keine spezielle Therapie, sie heilt in wenigen Wochen ohne Behandlung.

Hepatitis B

Das Hepatitis B-Virus ist sehr infektiös und wird durch Kontakt mit Körperflüssigkeiten (insbesondere Blut und Genitalsekreten) von infizierten Personen weitergegeben.Eine Schutzimpfung gegen Hepatitis B für alle ist empfohlen.

Da es sehr oft zu einer spontanen Heilung kommt, wird bei akuter Hepatitis B bei Erwachsenen normalerweise keine Behandlung empfohlen. Eine chronische Hepatitis B hingegen wird mit antiviralen Medikamenten behandelt.

Hepatitis C

Der Krankheitserreger wird in erster Linie durch Kontakt mit Blut einer infizierten Person übertragen. Hierzu reichen bereits winzige Mengen auch bereits angetrockneten Blutes. Sexuelle Übertragungen von Hepatitis C sind selten.

Hepatitis C wird mit antiviralen Medikamenten behandelt. Eine ausgeheilte Infektion mit Hepatitis C hinterlässt keine Immunität. Man kann also immer wieder erkranken. 

Wie wird auf Hepatitis C getestet? 

Für den Hepatitis-C-Test wird eine Blutprobe in einem Labor untersucht  (Ergebnis etwa eine Woche später).

Papillomaviren (HPV)

HPV werden sexuell übertragen und sind verantwortlich für die Entstehung verschiedener Krebserkrankungen im Genital- sowie Hals-Rachenbereich, insbesondere Gebärmutterhalskrebs. Eine Impfung kann vor der Infektion mit wichtigen Virentypen schützen.

Alle Mädchen und Jungen der 9. HarmoS-Klassen können sich im Rahmen der Schulgesundheit gegen das Papillomavirus (HPV) impfen lassen. Jugendliche bis 26 Jahre können sich im Zentralinstitut der Spitäler (ZIS) nachimpfen lassen.

Informationen HPV  

HIV-Selbsttest

Der HIV-Selbsttest (auch Selftest, Heimtest, Autotest genannt) ist ein HIV-Test, den jede und jeder selbst durchführen kann. In der Schweiz verkaufte Selbsttests sind einfach anzuwenden und liefern ein zuverlässiges Resultat. Zwei Punkte gilt es beim Gebrauch eines HIV-Selbsttests zu berücksichtigen:

  1. Zeigt der Test ein positives Resultat an, sollte zwingend ein Bestätigungstest in einer Beratungsstelle (ZIS oder SIPE) oder bei einem Arzt oder einer Ärztin gemacht werden.

  2. Ein HIV-Selbsttest erkennt eine HIV-Infektionen nur dann zuverlässig, wenn die Ansteckung mindestens drei Monate vor dem Test stattgefunden hat. Wer sein Risiko abklären will, das in den vergangenen drei Monaten stattgefunden hat, wendet sich an eine Beratungsstelle oder einen Arzt oder eine Ärztin.

Welchen HIV-Selbsttest soll man benutzen?

Entscheidend ist, dass ein Test die europäische CE-Kennzeichnung trägt. Um diese zu erhalten, muss der Hersteller nachweisen, dass der Test zuverlässig und einfach anzuwenden ist.

Wo kann man einen HIV-Selbsttest kaufen?

Selbsttests mit der CE-Zertifizierung werden in Apotheken und Drogerien angeboten.

Auch im Internet gibt es HIV-Selbsttests zu kaufen. Hier ist jedoch Vorsicht geboten, denn die Anbieter liefern auch Tests, die nicht CE-zertifiziert sind. Zudem gibt es Fälschungen. SEXUELLE GESUNDHEIT Schweiz empfiehlt deshalb, den Test in einer Apotheke oder einer Drogerie zu kaufen.

Wie viel kostet ein HIV-Selbsttest?

Der Preis in Apotheken und Drogerien sowie bei Schweizer Internetanbietern bewegt sich derzeit um die 30 Franken.

Wie funktioniert der HIV-Selbsttest?

Alle CE-zertifizierten HIV-Heimtests sind Bluttests. Mit einer haardünnen Nadel pikst man sich in den Finger und entnimmt einen Tropfen Blut, der dann in einem beiliegenden Gefäss ausgewertet wird.

Es gibt verschiedene Tests, es sind jedoch alle sehr einfach anzuwenden.

Tut der Fingerpiks weh?

Nein, allenfalls ein kleines bisschen. Alle Anleitungen zeigen, wo man sich stechen soll, nämlich an der Seite des Fingers. Da besitzt die Haut weniger Nerven, man spürt also weniger.

Was testet der HIV-Selbsttest?

Alle HIV-Selbsttests suchen nach Antikörpern. Das sind Proteine, die der Körper bildet, wenn er mit HIV infiziert ist. Das heisst, der Test reagiert nicht direkt auf HIV, sondern auf die Antwort des Körpers auf HIV. Da sich die Immunantwort nach einer Übertragung erst aufbaut, kann ein Selbsttest erst drei Monate nach einem Risiko mit Sicherheit ausschliessen, dass man HIV-positiv ist.

Was testet er nicht?

Der HIV-Heimtest kann nur eine HIV-Infektion nachweisen. Über andere sexuell übertragbare Infektionen wie Tripper oder Syphilis sagt er nichts aus!

Wie zuverlässig ist das Resultat?

Auf das Resultat eines Selbsttests mit CE-Markierung kann man sich verlassen.

Bei einem positiven Testresultat soll man sich umgehend zu einer Beratungsstelle (ZIS oder SIPE) begeben.

Merkt man, wenn etwas schiefläuft?

Ja. Alle Tests verfügen – wie Schwangerschafts-Selbsttests – über ein Kontrollband, das anzeigt, ob eine Probe gültig ist.

Was bedeutet ein negatives Testresultat?

Ein negatives Testresultat bedeutet, dass man nicht HIV-infiziert ist. Ausnahme: Falls man sich in den letzten drei Monaten angesteckt hat, zeigt der Test eine Infektion allenfalls noch nicht an.

Was bedeutet ein positives Resultat?

In diesem Fall sollte man rasch eine medizinische Betreuung in Anspruch nehmen. Diese wird von der Krankenkasse bezahlt. HIV ist nicht heilbar, lässt sich aber medikamentös so behandeln, dass man gesund bleibt und eine ähnlich hohe Lebenserwartung behält wie ohne HIV.

Wo entsorgt man den HIV-Selbsttest?

Der Selbsttest entsorgt man mit dem normalen Hausmüll. Man gibt alles zurück in die Packung und wirft diese in den Abfall.

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