Affektivität, Intimität, Sexualität: Wie kann man Menschen mit Behinderungen im Heim oder in der Gemeinschaft begleiten?

Die Behandlung der Affektivität, der Intimität und der Sexualität von Menschen mit Beeinträchtigungen in einer Einrichtung oder in der Gemeinschaft, unabhängig von ihrem Alter, wirft zahlreiche Fragen auf. Die Betreuungs- und Erziehungsteams sind regelmässig mit Situationen und/oder Verhaltensweisen konfrontiert.

„Der Bewohner, um den ich mich oft kümmere, hat mir intime Fragen gestellt. Es stört mich und ich weiss nicht, wie ich reagieren soll.“

„Eine der Bewohnerinnen, mit der ich viele Aktivitäten mache, fragte mich, ob sie das Recht hätte, dass die Person, in die sie verliebt ist, die Nacht mit ihr in unserer Einrichtung verbringen würde. Mit wem soll ich darüber reden?“

„Wie geht man mit einem Schüler um, der sich oft an Gegenständen reibt oder sich in der Öffentlichkeit oder vor seinen Kameraden an den Intimbereich anfasst? Wie kann man ihm die Regeln erklären, die mit der Intimität von sich selbst und anderen verbunden sind?“

Die Behandlung der Affektivität, der Intimität und der Sexualität von Menschen mit Beeinträchtigungen in einer Einrichtung oder in der Gemeinschaft, unabhängig von ihrem Alter, wirft zahlreiche Fragen auf. Die Betreuungs- und Erziehungsteams sind regelmässig mit Situationen und/oder Verhaltensweisen konfrontiert.

Daher kann sich eine an die Fachkraft gerichtete Ausbildung als nützlich erweisen, um zu lernen, wie man richtig handelt und reagiert. Um Ihr Team zu begleiten, den Austausch und die Vermittlung von Werkzeugen rund um dieses Thema zu ermöglichen, bieten die SIPE-Zentren Schulungen an, die an Ihre Bedürfnisse und Erwartungen angepasst werden können.

Für wen ist die Weiterbildung?

Diese Weiterbildung richtet sich an verschiedene multidisziplinäre Teams als auch an institutionelle Führungskräfte:

  • Ausbildungsteams
  • Lehrpersonal
  • Begleitendes Personal
  • Pädagogische Teams
  • Direktion

Im Idealfall ermöglicht die Bildung von Gruppen, maximal 20 Personen, eine bessere Relevanz und einen
grösseren Austausch der Fachpersonen.

Affektivität, Intimität, Sexualität: Wie kann man Menschen mit Behinderungen im Heim oder in der Gemeinschaft begleiten?

Ziele der Weiterbildung

  • Erwerb neuer Kompetenzen im Bereich der sexuellen Gesundheit in Bezug auf Behinderung(en),in ihrer biologischen, emotionalen, psychologischen, ethischen, kulturellen, sozialen und rechtlichen Dimension.
  • Erkennen der Haltung der einzelnen Personen (Fachleute) und Bewusstwerden über deren Einfluss auf die Reaktions- und Handlungsweisen.
  • Ermittlung und Identifizierung der Bedürfnisse, Grenzen, Schwierigkeiten von Menschen mit Beeinträchtigungen in ihrer Sexualität sowie für Fachleute.
  • Klärung der Position, Rolle und Verantwortung der verschiedenen Berufsgruppen bei der Pflege und Erhaltung der sexuellen Gesundheit.
  • Ermittlung der Ressourcen und der angepassten Hilfsmittel, auf die sich das Fachpersonal bei Fragen oder unklaren Situationen beziehen kann.

Um der Realität des jeweiligen Beruffeldes so nahe wie möglich zu kommen, können die Ziele je nach Kontext und den Anforderungen der Institution variieren.

Inhalt und pädagogische Strategie

Bei diesem Weiterbildungsansatz geht es darum, die Auseinandersetzung mit diesem Thema innerhalb der
Institution und der Gemeinschaft zu fördern. Der Austausch von beruflichen Erfahrungen, Fragen und
Reflexionen der Teilnehmer ist wertvoll und wird auch als Rohmaterial dienen.
Auf manche Fragen gibt es keine vorgefertigten Antworten. Der Austausch im Team über ein solch
sensibles Thema wird jedoch dazu beitragen, die Rolle der Fachkräfte in ihrer täglichen Arbeit zu klären
und zu stärken.

Kosten

  • Für die im Rahmen dieser Schulung geplanten Interventionen mit dem Personal der Einrichtung wird ein Betrag von 140 Franken / 45 Minuten / Referent oder ein Tagespauschalpreis von der SIPE in Rechnung gestellt (alle Kosten inbegriffen).

Bei Fragen zum Budget oder wenn der gewünschte Service aus finanziellen Gründen nicht durchführbar
wäre, wenden Sie sich bitte an Frau Florence Carron Darbellay, Direktorin (florence.carron@sipe-vs.ch,
078 640 03 33).

Durchführung

Diese Fortbildung wird von Frau Josiane Mathieu durchgeführt. Sie hat die Ausbildung zur diplomierten
Sozialpädagogin (Bachelor) und ist Fachperson in Sexueller Gesundheit in Bildung und Beratung,
spezialisiert im Bereich kognitiver und/ oder körperlicher Beeinträchtigung.

Der Titel Fachperson sexuelle Gesundheit in Bildung und Beratung wird durch ein von SEXUELLE
GESUNDHEIT Schweiz validiertes DAS erworben. Diese Berufsausbildung wird gemeinsam mit
SEXUELLE GESUNDHEIT Schweiz und den Universitäten Lausanne und Genève oder der Hochschule
Luzern organisiert.


Die SIPE Zentren stehen für alle Anfragen, Informationen und Fragen zur sexuellen Gesundheit zur
Verfügung.

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