Fragen von Eltern und Bezugspersonen


Fühlen Sie sich durch ein Verhalten im Zusammenhang mit Intimität verunsichert oder unwohl?
Fragen Sie sich, ob Anlass zur Sorge besteht?
Sind Sie unsicher, wie Sie reagieren sollen?

Sexuelles Verhalten bei Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen

Die Fachpersonen der SIPE unterstützen Sie dabei, die Situation einzuschätzen und gemeinsam mit Ihnen passende Handlungsmöglichkeiten zu finden.

Die Sexualität von Kindern unterscheidet sich von derjenigen Erwachsener. Um ein Verhalten richtig einzuordnen, ist es wichtig, dieses im Kontext der jeweiligen Entwicklungsphase zu betrachten.

Das Erkunden ist Teil der Entwicklung

Die sexuelle Entwicklung beginnt bereits in der Kindheit und setzt sich im Jugend- und jungen Erwachsenenalter fort.

Bei Kindern ist sexuelles Verhalten in der Regel:

  • spontan
  • gelegentlich
  • spielerisch
  • von Neugier geprägt
  • frei von Zwang

Wann gibt ein Verhalten Anlass zur Sorge?

Ein Verhalten sollte genauer betrachtet werden, wenn es:

  • mit Zwang, Einschüchterung oder der Aufforderung verbunden ist, etwas geheim zu halten,
  • Kinder betrifft, die sich deutlich im Alter oder Entwicklungsstand unterscheiden oder sich kaum kennen,
  • trotz des Eingreifens einer erwachsenen Bezugsperson wiederholt auftritt oder anhält,
  • das betroffene Kind oder andere Kinder belastet,
  • dem betroffenen Kind oder anderen Kindern schadet.

In solchen Situationen ist es wichtig, das Verhalten ernst zu nehmen, ohne vorschnell zu dramatiseren. Jede Situation sollte sorgfältig geprüft und im jeweiligen Kontext beurteilt werden. Gemeinsam lässt sich das weitere Vorgehen klären.

Beispiele für Situationen, die Fragen aufwerfen können

Ein Kind oder eine jugendliche Person:

  • verwendet vulgäre oder sexualisierte Sprache,
  • macht sexuelle Annäherungsversuche oder berührt Mitschüler:innen gegen deren Willen,
  • zeigt oder verbreitet pornografische Inhalte,
  • verhält sich gegenüber einem anderen Kind oder einer jugendlichen Person sexuell grenzverletzend oder altersunangemessen,
  • wurde pornografischen Inhalten ausgesetzt,
  • zeigt im Umgang mit Scham, Intimität oder körperlichen Grenzen innerhalb der Geschwisterbeziehung auffälliges Verhalten.

Manche dieser Situationen können Teil einer altersgemässen Entwicklung sein. Andere erfordern eine genauere Einschätzung oder ein angemessenes Eingreifen. Entscheidend ist, jede Situation im jeweiligen Kontext zu beurteilen.

Begleiten Sie Kinder in ihrem Alltag?

Ob Elternteil, Bezugsperson oder Fachperson – Ihre Rolle ist wichtig.

Kinder und Jugendliche brauchen:

  • einen klaren und verlässlichen Rahmen
  • Erwachsene, die ruhig und besonnen reagieren
  • einen sicheren Raum, um sich mitzuteilen und Unterstützung zu erhalten

Wenn sich ein Kind oder ein:e Jugendliche:r Ihnen anvertraut:

  • hören Sie aufmerksam zu, ohne zu urteilen,
  • vermeiden Sie drängendes oder wiederholtes Nachfragen,
  • versprechen Sie keine uneingeschränkte Vertraulichkeit,
  • holen Sie sich bei Bedarf Unterstützung.

Sie müssen diese Situation nicht alleine bewältigen

Die Fachpersonen für sexuelle Gesundheit der SIPE hören Ihnen zu, schätzen die Situation gemeinsam mit Ihnen ein und unterstützen Sie dabei, zwischen altersgemässem und besorgniserregendem Verhalten zu unterscheiden. Sie begleiten Sie bei den nächsten Schritten und vermitteln Sie bei Bedarf an geeignete Fachstellen weiter.

Weiterbildung für Fachpersonen

Sie arbeiten in einer Kindertagesstätte, einem Mittagstisch, einer Schule oder einer anderen Institution?

Die SIPE bietet praxisnahe Weiterbildungen rund um die sexuelle Entwicklung von Kindern und Jugendlichen sowie den Umgang mit herausfordernden Situationen an.

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